Meersalz aus Karpathos

Ganz früher war Salz für mich einfach nur Salz… dann schaute man auf darauf, dass es Jod enthielt, keine Rieselhilfe enthielt und dann gab es Meersalz. Das millionenalte aus dem Himalaya interessierte mich nie. Es schmeckte halt salzig. Salz war irgendwie Salz.

Dieses Jahr im Sommer auf der Insel Karpathos entdeckte ich auf einem Bootsausflug etwas ganz Neues. Wir trafen zwei junge Männer, die sich im Schatten eines Baumes, an einem kleinen Strand ausruhten. Vor ihnen lagen ein paar riesige Säcke. Ich fragte, was das sei. Salz! Woher? Wie? Sie erklärten und zeigten uns das archaische Schauspiel. Die Wellen branden an die Felsen, die Gischt schwappt auf ein Steinplateau – hier haben sich über Jahrtausende flache Vertiefungen gebildet. Das Meereswasser bildet Pfützen, die Sonne trocknet sie aus und am Rand setzt sich glitzerndes Salz fest. Dieses wird dann abgetragen, in Säcke geschaufelt und verkauft. Sie schenkten mir eine Tüte, mindestens 3 Kilo, wow !

Meine Nachbarin Foula breitete es auf einem Brett aus und lies es tagelang trocknen.

Ab und zu rechte sie es langsam mit den Fingern durch. Wie in einem Zengarten. Als es in ihren Augen trocken genug war, füllte sie in einen selbstgenähten Sack und band eine rote Schnur darum. Das pure Glück. Das Salz in der Suppe. Die Essenz.

Es besteht aus kleinen eckigen Scheiben, Kristallen, großen und kleinen Schuppen – es schmeckt unglaublich gut … nach Meer und Stein und gibt jedem Essen eine intensive Tiefe.

(written by Susi).

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