Rote Linsenbällchen mit Koriander (kurdisch)

LINSEN. MINZE. KORIANDER.

VEGAN | GLUTENFREI | FINGERFOOD

GUT ZU WISSEN

PREP ZEIT | 30 MINS
GAR ZEIT | 20 MINS
SCHWIERIGKEITSGRAD | EINFACH

ZUTATEN

FÜR 4 PERSONEN

400g rote Linsen
175g ganz feiner Bulgur für Köfte (Im türkischen Supermarkt zu finden unter: „Köftelik Bulgur“)
1 Liter Wasser
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen

3 Hand voll Koriander (alternativ: Petersilie), fein gehackt
1 Hand voll frische Minze, fein gehackt
3-4 Frühlingszwiebeln
1 EL Paprikamark (Im türkischen Supermarkt zu finden unter: „Aci Biber Salcasi“)

1 EL Tomatenmark

ca. 2-3 EL Olivenöl zum Braten
ca. 1 EL gemahlener Kreuzkümmel
ca. 2 TL Chiliflocken (Aci Pul Biber)

Granatapfelsirup zum Garnieren (Nar Eksisi)
Salz & Pfeffer
Zitrone

SAISON | ERNTEZEIT

MINZE AUF UNSEREM ACKER
GANZES JAHR

Kurdische Mamaküche

Vegan, köstlich-elegant, Fingerfood, leicht herzustellen…mach bestimmt auch mit Kindern Spaß- da kann man nach Herzenslust mantschen und pantschen ! Die Bällchen oder Röllchen – je nachdem, wie man sie formen mag, kommen gut bei jedem Picknick an oder auch auf dem Buffet…hervorragend als Antipasto    und preiswert!

ZUBEREITUNG

Die Linsen waschen anschließend mit 1 Liter Wasser in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser zu Kochen beginnt, die Linsen bei schwacher Hitze zugedeckt ca. 20 Minuten köcheln lassen bis sie matschig zerfallen.

Währenddessen die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die Kräuter fein hacken. Wer keinen Koriander mag kann alternativ Petersilie verwenden. Klassisch werden die Linsenbällchen in der kurdischen Küche nämlich mit Petersilie zubereitet.

Nach 20 Minuten sollten die Linsen einen matschigen Zustand erreicht haben und noch ein wenig heißes Wasser am Boden des Topfes sein. Den Topf vom Herd nehmen, den Bulgur einrühren und zugedeckt weitere 20 Minuten quellen lassen. Sollte nicht genug Wasser mehr im Topf vorhanden sein, etwas heißes Wasser hinzufügen.

Während der Bulgur quillt die Zwiebeln und den Knoblauch sehr fein schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten. Die Gewürze, das Paprikamark und das Tomatenmark dazu geben und kurz anrösten. Die Pfanne vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Ist die Linsen-Bulgur-Masse abgekühlt, so dass man mit der bloßen Hand darin arbeiten kann, alle Zutaten miteinander verkneten. Die Masse ein paar Minuten lang zusammen mit etwas Olivenöl so lange kräftig durchkneten, bis alles schön vermischt ist. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn keine Zeit zum Abkühlen der Masse ist, dann ab in den Kühlschrank, die Fensterbank oder den Balkon damit. Gekühlt lässt sich die Masse besser formen, ist aber auch im lauwarmen Zustand möglich.

Zum Formen immer etwas von der Masse abnehmen und mit einer Hand zu Bällchen formen. In einer kurdischen Küche würde man i.d.R. keine Bällchen formen, sondern sich stattdessen für eine längliche Form entscheiden, wobei man die Fingerabdrücke bzw. die Mulden davon erkennen sollten, sodass sich der Zitronensaft und oder Granatapfelsirup darin absetzen kann.

SUSI'S NOTIZEN

Hat man sowas in seiner Küche rumstehen ist man weniger gefährdet ungesund zu snacken und trotzdem glücklich und satt.

ZUBEREITET VON RUKEN | LEBT IN DARMSTADT | KURDISCHE WURZELN

Ich koche, weil es mir unheimlich viel Spaß bereitet, aber nicht nur das Kochen selbst, sondern alles was dazugehört. Aus einem unerklärlichen Grund, genieße ich es total einkaufen zu gehen. Wochenmärkte machen mich besonders glücklich.

INTERESTING ÜBER KURDISCHE KÜCHE.

Noch ein paar Sätze zur kurdisch angehauchten Küche von Ruken.

Die kurdische Küche ist traditionell von Einfachheit geprägt. Hauptgrund dafür ist, dass Menschen in kurdischen Gebieten in der Vergangenheit, aber auch heute noch, überwiegend von dem lebten, was sie selbst anbauten bzw. hielten. Beeinflusst werden die Kultur und Geschichte von vier Ländern: Irak, Iran, Syrien und Türkei. Entsprechend variieren die Gerichte in der Zubereitung. Bei meiner Mama daheim wurde früher zum Beispiel ausschließlich mit Salz, Pfeffer und Kräutern gewürzt. Meine Familie stammt aus einer kurdischen Region in der Türkei. Eine syrisch-türkische Mutter ist sicherlich dafür bekannt, dass sie mit ganz viel Kurkuma würzt. Eins aber haben alle gemeinsam: Petersilie, Tomaten- und Paprikamark kommen in fast jedem Gericht zum Einsatz. Neben eingekochtem Tomaten- und Paprikamark hat man das im Sommer geerntete Gemüse eingelegt und haltbar gemacht für den Winter, das sogenannte Tursu.

Im Winter, wenn nicht mehr frisch geerntet wurde, kamen Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, etc.), Bulgur, Reis, Bohnen, Fleisch und Co. zum Einsatz. So auch hier bei der Bohnensuppe und den Linsenbällchen. Der One-Pot-Auflauf kommt ganzjährig zum Einsatz. Im Sommer mit frisch geerntetem Gemüse, im Winter überwiegend mit Kartoffeln und Möhren. Auch wenn ich selbst würziges Essen bevorzuge, assoziiere ich mit der kurdischen Küche Heimat.

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